Hydrogele


Allgemein

  • Reine Hydrogele (ohne Konservierung/Antiseptikum):
    • Beispiele: Hydrosorb (Hartmann), Cutimed Gel (BSN), Nu-Gel (3M).
    • Zweck: Reine Feuchtigkeitsspende. Sie bestehen zu ca. 80–90 % aus Wasser.
  • Antiseptische / Konservierte Wundgele:
    • Beispiele: Prontosan Wundgel (B. Braun, enthält Polihexanid + Tensid), Lavanid Wundgel (Serag-Wiessner, enthält Polihexanid).
    • Zweck: Keimreduktion, Infektionsbekämpfung und das Aufbrechen von Biofilmen.


 

Kontraindikation

  • Infizierte Wunden:
    • Für reine Hydrogele (Hydrosorb, Cutimed Gel) ist eine Infektion eine strikte Kontraindikation! Unter dem feuchten, wirkstofffreien Gel würden sich Bakterien massiv vermehren.
    • Für antiseptische Wundgele (Prontosan, Lavanid) ist eine infizierte oder infektionsgefährdete Wunde die Hauptindikation! Sie wurden extra dafür entwickelt, Keime abzutöten.
  • Stark blutende Wunden: Gele haben keine blutstillende Wirkung und würden weggespült werden.
  • Ergänzung – Tiefe, nicht einsehbare Wundhöhlen / Fisteln: Reine Hydrogele dürfen hier nicht hineingegeben werden, da sie sich verflüssigen, nicht abfließen können und dies zu Mazerationen führen kann.


Indikation

  • Trockene Wunden: Ideale Feuchtigkeitsspender.
  • Nekrosen: Hydrogele weichen trockene, schwarze Nekrosen und harte Beläge auf (autolytisches Debridement)
  • Einsatz in jeder Wundheilungsphase: Das gilt primär für die antiseptischen Gele (zur Infektionsprophylaxe). 


Fazit

  • Reines Hydrogel = Nur für trockene Wunden und Nekrosen. Verboten bei Infektionen!
  • Antiseptisches Gel = Für trockene, belegte, infizierte Wunden und zur Biofilm-Entfernung. Ideal bei Infektionen!