PAVK

periphere arterielle Verschlusskrankheit

= Ulcus cruris Arteriosum


Einteilung nach Fontaine

Symptomatik Stadium
- Meist Beschwerdefrei 1
- Belastungsschmerz (Claudicatio intermittens) im Volksmund Schaufensterkrankheit hier erfolgt die Einteilung in zwei Kategorien bezogen auf die Gehstrecke mit und ohne Schmerzen a: schmerzfreie Gehstrecke 200m und mehr b: schmerzfreie Gehstrecke unter 200m 2 a u. b
- Ischämischer Ruheschmerz der Muskulatur nachts und wenn die beine oben sind 3
- Ulcus cruris arteriosum, Gangrän 4

Einteilung nach Rutherford

Grad Ketegorie Klinisches Bild
0 0 Asymptomatisch
1 1 Leichte Claudicatio intermittens
1 2 Mäßige Claudicatio intermittens
1 3 Schwere Claudicatio intermittens
2 4 Ischämischer Ruheschmerz
3 5 Kleinflächige Nekrose
3 6 Großflächige Nekrose

Ursache

Einschränkung vom Durchfluss der Arterien aufgrund durch Stenosen oder eine komplett Okklusion (Verschluss)


Symptomatik

Frühe Symptome

  • Krampfartige Schmerzen in Waden, Oberschenkeln oder Füßen, die bei Belastung auftreten und in Ruhe nachlassen
  • Kältegefühl oder Blässe an Füßen oder Beinen, insbesondere im Liegen
  • Haarausfall am Fußrücken oder Unterschenkel sowie dünne, glänzende Haut

Fortgeschrittene Symptome

  • Schmerzen bereits nach kurzen Gehstrecken oder auch in Ruhe
  • Taubheitsgefühle oder Lähmungserscheinungen
  • Kühle, bläuliche Verfärbung der Haut
  • Nicht tastbarer Fußpuls

Diagnostik

  • Schmerzcharakter, Schmerzlokalisation, arteriosklerotische Risikofaktoren
  • Hautfarbe
  • Pulsstatus, Sensibilität Check, sowie Überprüfung der Hauttemperatur 
  • Auskultation von evtl. Stenose Geräuscher
  • ABI- Messung (Knöchel-Arm-Index)
  • Angiographie (MRA und CTA)
  • Belastungsuntersuchung

 


Therapie

 

Die Therapie der pAVK richtet sich nach dem jeweiligen Stadium und kann folgende Maßnahmen umfassen:

Konservative Therapie: z. B. Nikotinverzicht, Gehtraining und Wundbehandlung*.

Medikamentöse Therapie: z. B. Atorvastatin, Ezetimib, ACE-Hemmer zur Blutdruckkontrolle, eine optimale Einstellung des Diabetes sowie ASS, Clopidogrel oder Prostanoide. Welche Medikamente eingesetzt werden, hängt vom Stadium der Erkrankung ab.

Interventionelle Verfahren: z. B. die Revaskularisierung mittels Ballondilatation oder das Einsetzen eines Stents.

Operative Verfahren: z. B. eine Thrombendarteriektomie mit oder ohne Patchplastik oder die Anlage eines Bypasses.

Im schlimmsten Fall kann eine Amputation erforderlich werden.

 


Produkte für die Wundbehandlung

Vor der Auswahl geeigneter Produkte sollte eine ABI-Messung durchgeführt werden.

Absoluter Ausschlussbereich: ABI < 0,5 – keine feuchte Wundbehandlung.

⚠️ Klinischer Graubereich: ABI 0,5 bis 0,89 – eine feuchte Wundbehandlung kann nach individueller Abwägung erfolgen. Dabei sind Begleiterkrankungen, der Allgemeinzustand des Patienten sowie der Zustand der Wunde zu berücksichtigen.

👍 ABI ≥ 0,9: Eine feuchte Wundbehandlung kann durchgeführt werden.

Wundbehandlung bei fortgeschrittener pAVK

  • I – Infektionskontrolle: Vermeidung der Keimausbreitung, beispielsweise durch antiseptische Spüllösungen oder antimikrobielle Wundauflagen wie Silberauflagen.
  • M – Exsudatmanagement: Aufnahme von überschüssigem Wundsekret, beispielsweise mithilfe von Superabsorbern oder Alginaten. Dies schützt die umgebende Haut vor Aufweichen und Mazeration

 


Ödeme bei PAVK: Bis Stadium 2 ist eine leichte Kompression möglich, ab Stadium 3 jedoch nicht mehr. Als Tipp kann ein Schlauchverband, z. B. Tubifast oder Coverflex, doppelt angelegt werden, um die Ödeme etwas einzudämmen.