Hydrokolloide


Definition

Hydrokolloid umfasst eine große Gruppe von Polysacchariden und Proteinen, die in Wasser als Kolloide in Lösung gehen und ein hohes Vermögen zur Gelbildung zeigen. Wird meist in der feuchten Wundbehandlung eingesetzt.

 

Kontraindikation

 

  • Empfindliche oder dünne Haut: Hydrokolloidkleber haftet sehr stark. Beim Abziehen kann die empfindliche Umgebungshaut (z. B. „Pergamenthaut“ nach langer Cortison Einnahme) leicht einreißen.
  • Stark nässende Wunden: Wenn zu viel Wundflüssigkeit entsteht, läuft der Verband schnell aus. Die Flüssigkeit staut sich und weicht die gesunde Haut um die Wunde herum auf.
  • Infektionen: Ein absolutes Tabu! Da der Verband die Wunde luftdicht verschließt, können sich gefährliche Bakterien, die keinen Sauerstoff mögen, extrem schnell vermehren.
  • Sichtbare Knochen oder Sehnen: Liegen diese Strukturen frei, schützt der Verband sie nicht ausreichend vor dem Austrocknen. Sie drohen abzusterben.
  • Schlechte Durchblutung (z. B. Schaufensterkrankheit): Bei arteriellen Wunden darf kein Druck durch einen luftdichten Verband entstehen, da das Gewebe ohnehin zu wenig Sauerstoff erhält.
  • Wichtig bei Verbrennungen: Tiefere Verbrennungen (ab Grad 3) dürfen niemals so behandelt werden. Bei oberflächlichen Brandblasen (Grad 2a) ist der Verband dagegen gut geeignet.

     

    Indikation

     

    • Druckgeschwüre (Dekubitus) Grad 1 und 2: Besonders gut für den Po-Bereich geeignet. Der Verband ist absolut wasser- und keimdicht. Dadurch schützt er die Wunde sicher vor Urin und Stuhl.
    • Wundheilung im Endspurt (Granulation & Epithelisierung): Perfekt für die Phase, in der sich neues Gewebe und neue Haut bilden, um die Wunde endgültig zu schließen.
    • Leicht bis mittelmäßig nässende Wunden: Für Wunden, die nur wenig bis mäßig Flüssigkeit absondern, ist der Verband genau richtig.
    • Blasen (z. B. Reibungsblasen): Schützt die Blase wie eine zweite Haut vor Reibung und verhindert, dass sie aufplatzt.
    • Kann Wunden bei Hypergranulation (wo die Wunde nicht in die Epithelisierungsphase übergeht, das Wundverhältnis aus der Stagnation holen
    • Bei Blasenbildung (gibt es aber billigere Varianten, Siehe semipermeable Wundfolien)

     

    Tragedauer

    Unterscheidet sich je nach Hersteller sowie den Zustand der Wunde, meist bis zu 7 Tage.

    Praxishinweis: Der Verband sollte gewechselt werden, sobald sich die sichtbare Gelblase unter der Folie dem Wundrand bis auf ca. 1–2 cm nähert.